Highlights mit Henning Löhmer

Mentale Stärke durch Achtsamkeit

Wir bringen Highlights in deinen Sportverein. Viele Sportler und Sportlerinnen erbringen im Training immer wieder Bestleistungen. In wichtigen Wettkämpfen können sie jedoch die erlernten Bewegungsabläufe nicht abrufen. Mentale Stärke bedeutet „dann richtig gut zu sein, wenn es drauf ankommt“, definiert der Cheftrainer Norbert Elgert der Schalker U19 (seit dem Jahr 1996 Leiter des erfolgreichsten Nachwuchsleistungszentrums) das Thema in einem Podcast. Mittlerweile erkennen immer mehr Athleten, dass sich mit einem Achtsamkeitstraining die Idealform ist, um die Psyche zu trainieren. Prominente Beispiele sind Michael Jordan, Novak Djokovic, Erling Haaland, Nico Rossberg und Malaika Mihambo. Sie alle trainieren täglich Achtsamkeitsübungen, um in Drucksituationen leistungsfähig zu sein. 


Mentales Trainingsparadoxon

Im Spitzensport ist zwar schon lange bekannt, dass für das Abrufen von  Bestleistungen eine Synchronisation von Körper und Geist essenziell ist, trotzdem beschränkt sich das Training von Leistungssportlern oft nur auf körperliche, technische und taktische Aspekte. Der mentale Bereich wird vielfach gar nicht oder nur in vereinzelten Einheiten trainiert. Doch die Psyche ist einer von vier Bereichen, welcher sich hervorragend trainieren lässt. Wir helfen Sportlern dabei Achtsamkeit in den Trainingsalltag zu integrieren.


Fünf Faktoren der Leistungsfähigkeit


Achtsamkeit im Sport

Studien aus der Sportwissenschaft, Neurowissenschaft und Psychologie zeigen, dass tägliche Achtsamkeitsinterventionen schon nach sechs Wochen einen positiven Effekt auf das Selbstbewusstsein, die Konzentrationsfähigkeit, den Flow, die Emotionsregulation und den Umgang mit negativen Gedanken sowie mit Stresssituationen haben. Zwar versuchen klassische sportpsychologische Ansätze ebenfalls, diese Fähigkeiten zu trainieren, setzen dabei jedoch einseitig auf eine Kontrolle der inneren Zustände wie Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen. Das Problem: Dieser Kontrollversuch kann sich negativ auf die eigene Leistungsfähigkeit auswirken, da sich innere Zustände nicht immer kontrollieren lassen. Im Gegensatz dazu steht beim neuen MSPE-Ansatz die Fähigkeit der Akzeptanz im Mittelpunkt: Eigene Erfahrungen werden nicht gewaltsam beiseitegeschoben, sondern bewusst, im gegenwärtigen Moment und ohne jegliche Wertung wahrgenommen, um sie dann wieder loszulassen. Erst durch diese Form bewusster Akzeptanz können sich die Athleten ganz von ihnen frei machen und sich so mit einem klaren Verstand vollständig auf ihre Bewegungsabläufe konzentrieren.

 

 

„Vergleicht man Achtsamkeitstraining mit gängigem Mentaltraining, so könnte man subsumieren, dass Mentaltraining Aspekte des Geistes trainiert, Achtsamkeit aber das Bewusstsein selbst. Es stellt gleichsam ein Grundlagentraining der Psyche dar, um darauf aufbauend optimale Leistung zu entfalten. Letztlich kann auch der talentierteste Athlet nur die Leistung abrufen, die von der Psyche freigegeben wird.“

Jansen, Seidl & Richter (2019).
Achtsamkeit im Sport, S. 212.


Wirkungen von Achtsamkeit